Zur Symbolik des Löwen


Der Löwe symbolisiert Macht und Stärke. Wegen seiner goldgelben Farbe und der strahlenartigen Mähne wird er der Sonne zugeordnet. In einigen asiatischen Kulturen gilt der Löwe als dämonenabwehrend, im antiken Mysterienkult des Mithras symbolisierte der Löwe die Sonne. Der Wagen der phrygischen Göttin Kybele wurde von Löwen gezogen. Herakles tötete den nemeischen Löwen und trug danach die Löwenhaut über seine Schultern, um sich die zusätzliche Kraft des Tieres einzuverleiben.

In paganer Vorstellung wurde der Löwe als Lebensverschlinger interpretiert, deshalb sind auf Sarkophagen oft Löwenköpfe dargestellt.

Auch das Christentum kennt den Löwen als verschlingenden Widersacher: Christus wird in der Kunst oft als Sieger über Löwen, Drachen und Basilisken dargestellt. Sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament wird die Kraft des Löwen gepriesen: der Löwe galt als Symbol der Stärke des Stammes Juda. Diese Vorstellung wurde auf Christus übergetragen: er war der "Löwe aus dem Stamm Juda".

Der frühchristliche "Physiologos" (eine Schrift zur Naturdeutung aus dem zweiten Jahrhundert) nennt den Löwen den Tierkönig, weil er im christlichen Heilsgeschehen einen ganz besonderen Platz einnimmt: Die Löwenjungen kommen tot zur Welt. Die Löwenmutter wacht bei ihren toten Jungen, bis am dritten Tag der Vater kommt und ihnen seinen Lebensatem in die Nasenlöcher bläst. Dadurch erweckt er sie vom Tode.

Diese Vorstellung wurde dann als ein Symbol für die Auferstehung Christi nach dreitätiger Grabesruhe verstanden. Origenes verglich die Tapferkeit des Löwen mit den Christen, welche Christus folgen. Das Christentum kennt auch negative Deutungen des Löwen: sein Geheul wird als Äußerung des Teufels interpretiert, der wie ein schreiender Löwe vorbeigeht, um die Christen von Christus zu vertreiben.


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