Zur Symbolik von Drachen und Drachenkampf
In vielen Schöpfungsmythen haben die Drachen ein
kreatives Potenzial. Die Götter müssen das Urwesen Drachen
überwinden und töten. Erst aus der Tötung des Drachens
kann die Welt entstehen (so die Vorstellung der Babylonier und der Hebräer).
Während der ostasiatische Kulturkreis den Drachen als positives Symbol
kennt (er bringt Glück und wehrt Dämonen ab), sieht
das Christentum im Drachen das Böse und Satanische, das bekämpft werden muss.
Der Drachenkampf ist ein universales Motiv.
Es begegnet uns in Mythen, Märchen, Legenden und Sagen. Seine Deutungen
sind vielfältig:
Der Kampf des Helden mit dem Drachen
(oft als menschen- und tierverschlingendes Wesen)
wird als Überwindung der ungezähmten Natur und des Chaos durch
meschlichen Geist und Disziplin verstanden.
Der Drachenkampf ist aber auch ein archetypisches Bild für
eine lebensbedrohliche Auseinandersetzung zwischen dem Bewusstsein und dem
Unbewussten.
Der Drache ist verschlingend, archaisch, bedrohend. Der
Drachenkampf ist durch Aktivität gekennzeichnet und ist
oft sogar ein freiwilliges Auseinandersetzen mit dem Widersacher: man "stellt sich
dem Drachen".